Die Entstehung und Entwicklung der Maine coon

Die Maine coon stammt aus dem Bundesstaat Maine im Nordosten Amerikas. Sie wird dort von den Amerikanern auch liebevoll „The Gentle Giant“ - der sanfte Riese, genannt. Zu Recht, denn die Maine coon ist eine der größten Katzenrassen der Welt. Imposant, Beeindruckend mit einem muskulösen Körperbau und einer sehr Wildkatzenähnlichen Erscheinung, dennoch sehr anhänglich – aber nicht aufdringlich, ausgeglichen, sehr sozial und Kinderlieb.

Über die Herkunft der Maine coon gibt es vielerlei Legenden.
Mit die am bekanntesten ist wohl die, wonach die Maine coon durch eine Kreuzung zwischen Katze und Waschbär (Engl. racoon) entstanden sein soll. Sicherlich ist die Erscheinung - der buschige lange Schwanz, und einige Eigenarten - wie die Nahrungsaufnahme mit den Pfoten und der ausgeprägte Hang mit dem nassen Element zu spielen, eine gute Begründung für diese Annahme. Allerdings ist diese Kreuzung schon aus rein biologischer Sicht, absolut unmöglich.

Eine weitere, nicht haltbare Theorie ist die von der Kreuzung zwischen Wildkatze und Hauskatze. In den in Frage kommenden Gebieten gibt und gab es keine anderen wildlebenden Katzen außer Luchs und Puma. Die letzgenannten kommen natürlich nicht als Vorfahren der Maine coon in Frage, da aus Zoologischer Sicht eine Annäherung zwischen Hauskatzen und diesen doch recht großen Wildkatzen unmöglich ist.

Eine, der sich am längsten gehaltenen Legenden, ist die amüsante Geschichte eines Handelskapitäns Namens „Coon“ aus dem Gebiet von Biddleford Pool in Maine.
Coon war ein Kapitän und liebte Katzen über alles. Er trieb entlang der Küste Neuenglands Handel, und wo immer er an Land ging, um seinen Geschäften nachzugehen, folgten ihm seine Katzen. Am auffallendsten unter seinen Katzen, waren langhaarige Perser- und Angorakatzen, wie sie damals in England beliebt waren.
So wie der Kapitän an Land seine Bekanntschaften pflegte, taten es auch seine Katzen.
Und immer wenn wieder irgendwo langhaarige Babykatzen auffielen, war der amüsierte und manchmal auch aufgebrachte Kommentar ihrer Besitzer: „wieder eine von Coons Katzen!“ Da sie immerhin etwas Besonderes waren, begann man die langhaarigen Katzen untereinander zu kreuzen, bis schließlich die Maine coon entstanden sein soll.

Am wahrscheinlichsten ist jedoch, daß die Maine coon ein Nachfahre der verschiedenen im Laufe der Besiedelung des Landes nach Maine galangten Katzen ist. Während der gesamten Kolonisations- und Einwandererzeit kamen Schiffe mit ihren Ladungen und Mannschaften an die Küsten im Nordosten Amerikas. Und auch mit ihren Katzen, die zur Begrenzung der Mäuse- und Rattenplage an Bord gehalten wurden. Diese Katzen gelangten an Land, wo sie verwilderten oder als Haustiere gehalten wurden.

Als möglicher europäischer Vorfahre gilt auch die langhaarige Russische Katze, die einst auf dem europäischen Kontinent recht häufig vertreten war und von dort über die britischen Inseln nach Amerika gelangt sein kann.

Dann gibt es noch eine zierliche Langhaarkatze, die Russische Steppenkatze, die wie viele Züchter sagen, eine faszinierende Ähnlichkeit mit der Maine coon Katze haben soll.
Da Züchter wie gewöhnlich meinen, das nichts und niemand „ihrer“ Katzenrasse ähnlich sieht, könnte dieser Meinung Gewicht zukommen.

Die wahrscheinlichste, allerdings nicht gerade romantischste Erklärung ihrer Entstehung ist aber wohl die ganz natürliche Selektion. Im doch sehr rauen Klima von Maine, konnten sich im Laufe der Zeit nur sehr robuste und kräftige Wildkatzen weiterentwickeln und somit überleben. Angepasst an dieses raue Klima entwickelte sich ein langes Fell mit dichter Unterwolle gegen die Kälte und Wasserabweisendem Deckhaar. Die Pfoten entwickelten Haarbüschel, die als Schneeschuhe im hohen Schnee die schweren Tiere nicht einsinken ließen. Die langen Haarbüschel in den Ohren schützten sie vor eisigen Winden und mit dem langen buschigen Schwanz deckten sie sich zu wie mit einer wärmenden schützenden Decke.

All diese Legenden die man sich über die Entstehung der Maine coon immer wieder erzählte, muss die Bewohner von Maine wohl derart fasziniert haben, das der Gouverneur von Maine sie im Jahre 1985 als offizielle Nationalkatze in die Staatsbücher eintragen ließ.

Seit etwa 1850 ist die Maine coon in der heutigen Form genetisch nachgewiesen.
1861 wurde sie erstmals als eigenständige Rasse in den Büchern erwähnt.
Stolz präsentierten die Farmer in Maine schon ab dem Jahre 1830 ihre Maine coon Katzen, die damals „shags“, „snugheads“ oder „coon“ genannt wurden. Man erzählt, daß die Maine coon Katze damals zu ihrem ersten Ausstellungsruhm als erfolgreichster Ratten- und Mäusejäger kam. 1895, auf einer der ersten großen Katzenausstellungen in New York, gewann eine Maine coon Dame Namens „Cosie“, den begehrten Preis „Best in Show“.

Leider ging der Trend unter den Katzenbesitzern immer mehr zu anderen Rassekatzen über, denn eine „Bauernkatze“ war nicht chick genug für das moderne Wohnzimmer.
Und so kam es, das um 1911 sogar behauptet wurde, die Maine coon sei ausgestorben.
Erst der um 1953 von Katzenfreunden in Maine gegründete „Central Maine cat Club“,
verhalf dieser Rasse zu einer neuen Popularität, die bis heute stetig anwächst.
Anerkennung bei den Amerikanischen Katzenvereinen fand sie erst 1973.
Der bis heute größte Katzenverband CFA (Cat Franciers Association) erkannte sie sogar erst 1976 offiziell als Rassekatze an.
Auch in Deutschland ist die Rasse Maine coon sehr beliebt geworden und wird seit etwa
20 Jahren gezüchtet.


Typisch Maine coon ;o)

  • sie wird sehr groß und kann 5 – 10 Kg wiegen

  • sie treiben gerne Schabernack

  • ausgeglichen und anhänglich, aber nicht aufdringlich

  • gesellig und Kinderfreundlich

  • sie sind bis ins hohe Alter verspielt

  • sie spielen unendlich gerne mit dem feuchten Element

  • sie waschen ihr Futter manchmal im Wassernapf

  • sie waschen sich mit dem aus dem Wassernapf nassgetunkten Pfoten

  • sie fressen und trinken oft mit den Pfoten

  • sie unterhalten sich mit gurrenden Lauten, auch mit dem Menschen

  • sie haben eine feine Zirpstimme, können aber auch sehr laut schnurren

  • Socken, T-shirts und andere Dinge werden Breitbeinig
    durchs ganze Haus gezogen und an den unmöglichsten Stellen versteckt

  • mit unerschütterlichen Vertrauen gehen sie durchs Leben und denken die ganze Welt dreht sich nur um sie

  • die Herren sind oft recht Flegelhaft wie kleine Jungs
    und dennoch sehr anhänglich, haben meist nur Dummheiten im Kopf

  • die Damen sind manchmal etwas zickig und Divenhaft,
    aber mit ihrem Menschen sehr liebevoll verbunden

  • sie „können“ apportieren und auf Befehle hören wie Hunde

  • sie liegen gerne auf harten Untergründen

  • sie sind Spätentwickler und brauchen etwa 4 Jahre
    um vollständig ausgewachsen zu sein

  • ihr Fell ist trotz der Länge, sehr Pflegeleicht