Die Entwicklung von Katzenkindern - die zwei ersten Lebenswochen


Die Entwicklung von Katzenkindern - die zwei ersten Lebenswochen

Katzen kommen blind und taub zur Welt. Riechen und tasten können sie schon. In den ersten zwei Wochen öffnen sie ihre Augen und Ohren und entwickeln sich.

Nach den neun Wochen im Bauch ihrer Mutter kommen Katzenbabys als ziemlich hilflose Fellbündel von durchschnittlich 80 bis 100 Gramm zur Welt, die nur tapsig vorwärtsrobben und weder sehen noch hören können. Augen und Ohren sind zwar schon vollständig angelegt, aber noch verschlossen. Ihre Mama läßt sie während der ersten Tage nur wenige Minuten allein, wenn sie selbst etwas fressen oder zur Toilette muß. 

Was neugeborene Kätzchen bereits können
Im Gegensatz zum Seh- und Hörsinn ist der Geruchssinn neugeborener Katzen bereits teilweise ausgebildet. Sie können ihre Mutter bereits nach kurzer Zeit am Geruch wiedererkennen. Auch ihr Tastsinn ist bereits vorhanden. Sie kriechen zwar noch etwas unbeholfen umher, finden aber ihr wichtigstes Ziel: eine der Zitzen ihrer Mutter, an der sie sofort zu saugen beginnen. Die Milch der ersten beiden Tage ist für die Kleinen besonders wertvoll, da sie viele Immunstoffe enthält, die sie vor Infektionen schützen. Bereits kurz nach der Geburt beherrschen die Katzenwelpen den sogenannten Milchtritt. Sie treten mit den Vorderpfoten auf der Umgebung der Zitzen umher, um den Milchfluß anzuregen. Dieses „Treteln“ kann man auch noch bei erwachsenen Katzen beobachten, wenn sie sich in einer Situation sehr wohlfühlen.

Die erste Woche eines Katzenlebens besteht aus Trinken, Schlafen und Kuscheln  
Die Kleinen bleiben die ersten Tage eng beieinander. Sie kriechen nur sehr wenig umher und brauchen den Körperkontakt mit ihrer Mutter und den Wurfgeschwistern, um nicht auszukühlen und sich geborgen zu fühlen. Das Nuckeln an den Zitzen sättigt und gibt die Sicherheit, die sie brauchen, um zu schlafen und sich langsam an das Leben in der Welt zu gewöhnen. Nach einer Woche haben sie ihr Geburtsgewicht etwa verdoppelt.

Im Alter von einer Woche können Kätzchen bereits schnurren
Die Katzenkinder sind nicht nur wegen ihrem Bedarf an Nahrung und Schutz auf ihre Mutter angewiesen, sie können auch noch nicht selbständig Kot und Urin ausscheiden. Um dies anzuregen, leckt die Mutter die Bauch- und Analregion ihrer Jungen kräftig. Anschließend verspeist sie die Ausscheidungen, um das Nest sauberzuhalten und Feinden nicht durch den Geruch zu verraten, daß es hier eine frischgebackene Katzenfamilie gibt. Schnurren können Katzenbabys nach etwa einer Lebenswoche. Ihr Stimmchen funktioniert schon eher. Wenn sie sich verlassen fühlen, Angst oder Hunger haben, können Kätzchen einen hohen und durchdringenden Verlassenheitsruf ausstoßen, der ihre Mutter auf ihre Notlage aufmerksam macht.

In der zweiten Lebenswoche öffnen kleine Katzen ihre Augen und Ohren
Etwa im Alter von zehn Tagen können die Kätzchen ihre Augen öffnen. Ihr Sehsinn braucht dann noch einige Wochen, um sich vollständig auszubilden. Auch die Ohren öffnen sich in den ersten beiden Wochen. Nach und nach lernen die Kleinen, Geräusche deutlich wahrzunehmen und einzuordnen. Sie werden auch aktiver und krabbeln im Wurflager herum und beginnen damit, ihre Umgebung zu erforschen. Außerdem beginnen bereits die ersten Milchzähne zu sprießen. Ab der zweiten Lebenswoche beginnt die sogenannte Sozialisierungsphase, die etwa bis zur zwölften Woche dauert. Während dieser Zeit sind möglichst vielfältige Kontakte mit Menschen und anderen häuslichen Tiermitbewohnern wichtig, damit die Kätzchen später keine Scheu vor ihnen haben.

 

 Quellen:
„Katzen kennen und verstehen“ von Bruce Fogle, blv-Verlag
„Was Katzen wirklich wollen“ von Dr. Mircea Pfleiderer und Birgit Rödder, GU-Verlag
„Katzenkinder entdecken die Welt“ von Monika Wegler, GU-Verlag