Mit zehn bis zwölf Wochen nabeln Katzen sich von der Mutter ab


Mit zehn bis zwölf Wochen nabeln sich Katzen von der Mutter ab

Jugendliche Katzen haben im Alter von zwölf Wochen genug von Mutter und Geschwistern gelernt, um in ein neues Zuhause abgegeben werden zu können.

Kätzchen im Alter von zehn bis zwölf Wochen verfeinern ihre sozialen Umgangsformen. Sie bereiten sich auf das Leben als erwachsene Katzen vor. Im Umgang mit ihren Wurfgeschwistern testen sie die immer subtiler werdenden Körpersignale, mit denen sich ihre ausgewachsenen Artgenossen verständigen. Katzen gebrauchen untereinander ihre Stimme kaum. Sie teilen einander durch die Stellung der Ohren mit, ob sie gerade in Angriffsbereitschaft sind oder eher klein beigeben. Sie können ihre Schnurrhaare je nach Stimmungslage breit fächern oder eng anlegen. Die Pupillengröße verrät, ob das Kätzchen gerade entspannt ist oder Angst hat. Die Körperhaltung und die Stellung des Schwanzes verrät, ob Katze sich gerade einem Freund oder einem Feind gegenübersieht.  

Kleine Kater bereiten sich auf die kommenden Katerkämpfe vor
In den geschwisterlichen Rangeleien wird das Spiel zunehmend von ernsteren Situationen abgelöst, bei denen es um das Ausfechten einer Rangordnung geht. Vor allem kleine Kater messen ihre Kräfte und perfektionieren ihre Techniken des Kämpfens und der Vermeidung einer Rauferei. So bereiten sie sich auf die Katerkämpfe vor, die bald auf sie zukommen werden, wenn sie die Geschlechtsreife erreichen uns selbst für Nachwuchs sorgen möchten. Selbst den für Katzen typischen Nackenbiß, den Kater bei der Paarung beherrschen sollten, üben die Katerchen jetzt mit ihren Spielkameraden.

Jugendliche Katzen zwischen zehn und zwölf Wochen grenzen ihre Reviere ab
In dieser jugendlichen Lebensphase kann man auch beobachten, daß die Katzenkinder zunehmend Wert auf ein eigenes Revier legen. Lieblingsplätze werden verteidigt und mit Kratzmarkierungen gekennzeichnet. Die Geschwister werden zunehmend als Rivalen betrachtet. Auch die Katzenmutter sieht in ihren Jungen jetzt eher herangewachsene Mitkatzen, die in ihrem Revier leben und behandelt sie auch immer öfter so, wie sie mit befreundeten Artgenossen umgeht. Trotzdem gibt es auch immer noch gemeinsame Kuschelstunden, während denen alle das Zusammensein genießen.

Im Alter von zwölf Wochen kann ein Katzenkind seine Mutter und die Wurfgeschwister verlassen
Jetzt ist die Zeit gekommen, in der die Kätzchen alles gelernt haben, was sie im späteren Leben brauchen. Mit zwölf Wochen sind sie bereit abgegeben zu werden, damit sie in einer Menschenfamilie ein neues Zuhause zu bekommen. Auch wenn Katzen eher Einzelgänger sein sollen, finden es viele von ihnen doch schön, auch im neuen Heim einen Artgenossen an der Seite zu haben. Dies ist besonders wichtig, wenn die neuen Besitzer nur wenig zu Hause sind und das Kätzchen sich hauptsächlich in der Wohnung aufhalten wird. Deshalb kann es eine gute Sache sein, wenn die Menschen gleich zwei der Wurfgeschwister adoptieren, die sich gut verstehen und vom Temperament her zusammenpassen.

Quellen:
„Katzen kennen und verstehen“ von Bruce Fogle, blv-Verlag
„Was Katzen wirklich wollen“ von Dr. Mircea Pfleiderer und Birgit Rödder, GU-Verlag
„Katzenkinder entdecken die Welt“ von Monika Wegler, GU-Verlag