Die Genetik der dreifarbigen Katzen/Kater

 


                  Bei Katern ist der dreifarbige Calico eine Besonderheit


Calico-Kater Tommy von den "Suki Cat´s"
(unter Link - "Etwas Besonderes")

 

Dreifarbige Glückskatzen sind immer weiblich, so heißt es in der Katzenzucht. Aber manchmal unterläuft der Natur ein Fehler, und es entsteht der seltene Calico-Kater. 

Dreifarbige Katzen waren von jeher schon etwas Besonderes. Sie werden auch als Glückskatzen bezeichnet, wahrscheinlich weil es sie nicht so oft gibt. Normalerweise sind alle dreifarbigen Katzen weibliche Tiere. Nur ganz selten macht die Natur eine Ausnahme und es gibt auch einen Calico-Kater. Eigentlich ist das genetisch nicht möglich. Warum sie trotzdem manchmal vorkommen wird in diesem Artikel erläutert.

Dreifarbige Katzen bestehen aus den Farben Schwarz, Weiß und Orange. Die Farbe des Felles wird immer auf einem X-Chromosom vererbt. Weibliche Tiere sind bei den Geschlechtschromosomen mit einem doppelten X ausgestattet und die männlichen Tiere mit einem X- und einem Y-Chromosom. Das Y-Chromosom ist sehr klein, daher passen nicht so viele verschiedene genetische Besonderheiten drauf. Das heißt, die Fellfarbe wird immer von einem X-Chromosom bestimmt. Insgesamt hat die Katze 19 Chromosomenpaare.


Farbkombinationen bei Calico-Katzen

Wenn man sich nun die entsprechenden Möglichkeiten anschaut, dann wird klar, dass dreifarbige Katzen weiblich sein müssen:

Oranges Weibchen (X-orange und X-orange) verpaart sich mit schwarz-weißem (nichtorange) Kater:


Folgende Farben bei den Jungtieren sind möglich:

1. X-orange von der Mutter und X-schwarz-weiß vom Vater = dreifarbig (Calico), weiblich

2. Das andere X-orange der Mutter mit dem X-schwarz-weiß vom Vater = dreifarbig (Calico), weiblich

3. X-orange von der Mutter und Y vom Vater (ohne Farbe) = orange, männlich

4. Das andere X-orange von der Mutter und Y vom Vater (ohne Farbe) = orange, männlich


Hat man ein umgekehrtes Pärchen, wo die Mutter schwarz-weiß ist und der Vater orange haben wir folgende Möglichkeiten:

1. X-schwarz-weiß von der Mutter und X-Orange vom Vater = dreifarbig (Calico), weiblich

2. Das andere X-schwarz-weiß von der Mutter und X-Orange vom Vater = dreifarbig (Calico), weiblich

3. X-schwarz-weiß von der Mutter und Y vom Vater (ohne Farbe) = schwarz-weiß, männlich

4. Das andere X-schwarz-weiß von der Mutter und Y vom Vater (ohne Farbe) = schwarz-weiß, männlich
 

Hat man bereits eine dreifarbige Katze und kreuzt diese mit einem schwarz/weißen Männchen, haben wir folgende Möglichkeiten:

1. X-schwarz-weiß von der Mutter und X-schwarz-weiß vom Vater = schwarz-weiß, weiblich

2. X-orange von der Mutter und X-schwarz-weiß vom Vater = dreifarbig (Calico), weiblich

3. X-orange von der Mutter und Y vom Vater (ohne Farbe) = orange, männlich

4. X-schwarz/weiß von der Mutter und Y vom Vater (ohne Farbe) = schwarz-weiß, männlich


Manchmal unterläuft der Natur ein Fehler

Es kommen also tatsächlich niemals dreifarbige männliche Katzen vor, denn da das männliche Tier immer nur ein X-Chromosom hat (ansonsten hat der Kater ja noch das kleine Y-Chromosom), wird immer eine Farbe fehlen - die Farbe vom zweiten X-Chromosom. Dennoch gibt es sie manchmal. Die Natur macht manchmal bei der Zellteilung Fehler, und so ein Fehler unterläuft ihr bei der Entstehung der dreifarbigen Calico-Kater. Hier sind zwei Anomalien möglich. Entweder die Samenzelle hat statt des Y beide Chromosomen behalten also XY oder die Eizelle hat statt einem X ein doppeltes X-Chromosom. So haben die Calico-Kater immer ein Chromosom zu viel und zwar die Kombination XXY.

Bei Menschen kennt man die Verbindung XXY ebenso. Hier wird es als Klinefelter-Syndrom bezeichnet, von dem nur die Männer betroffen sind. Sie sind geistig unterentwickelt, haben kleine Geschlechtsorgane und sind meist unfruchtbar. Die Körperbehaarung ist spärlich oder fehlt ganz.

Bei den Calico-Katern findet man häufig unproportionale Gliedmaßen, die Beine sind im Verhältnis zum Körper sehr lang. Auch beim Menschen findet man die überproportional langen Beine beim Klinefelter-Syndrom. Calico-Kater sind zu etwa 80% unfruchtbar.

Quelle: Das Geheimnis der dreifarbigen Katzen von Laura Gould