Unsauberkeit der Katze

Es geschieht meist ohne Vorwarnung und oft ohne erkennbaren Grund. Plötzlich findet sich auf dem Fussboden ein nasser Fleck oder ein Kothäufchen. - Hat "Mieze" etwa den Weg zum Katzenklo nicht rechtzeitig gefunden? Na, kann ja mal passieren. Das Malheur wird beseitigt und alles geht wieder seinen geregelten Gang, bis...

Jetzt hat "Mieze" ja schon wieder wo hingemacht. Was nun? Woran kann es liegen? Was können wir denn jetzt tun?
Nun, zunächst einmal die Pfütze oder das Häufchen erneut beseitigen. Allerdings ist es damit nicht getan. Es heisst jetzt gezielt den möglichen Ursachen der Unsauberkeit auf den Grund zu gehen.


Als mögliche Ursachen kommen grundsätzlich Markieren, Krankheit oder Protesthandlungen in Betracht!

Markieren
Am einfachsten auszuschließen ist oft die Möglichkeit des Markierens.
Sind Katze oder Kater kastriert, kann das zwar immer noch vorkommen, ist jedoch recht selten. Markierende Katzen urinieren häufig kurz mit zitterndem Schwanz an Wände oder Einrichtungsgegenstände um ihr Revier abzugrenzen.
Bei unkastrierten Tieren hilft die Kastration oft, diese in der Wohnung unerwünschte Verhaltensweise abzustellen, in Extremfällen kann evtl. der Tierarzt mit einer hormonellen Behandlung weiterhelfen.


Krankheit

Auch Krankheiten können der Auslöser für Unsauberkeit sein. In Frage kommen hier meist Erkrankungen der Niere, der Blase oder des Schließmuskels.
Ob eine solche Erkrankung vorliegt, kann nur ein Tierarzt sicher diagnostizieren und behandeln. Nach erfolgreicher Behandlung der Erkrankung endet die Unsauberkeit von allein.
Derartige Krankheiten der Katze sind jedoch in den wenigsten Fällen der Auslöser von Unsauberkeit.


Protest
Weitaus häufiger sind die Fälle, in denen die Katze mit ihrem Verhalten deutlich machen will, das irgendetwas in ihrem Umfeld nicht (mehr) stimmt.
Man spricht daher auch von Protestverhalten oder Protestpinkeln.


Als Auslöser kommen zahlreiche Faktoren in Betracht:

  • Änderungen im direkten Umfeld der Katze;
    Anschaffung einer neuen Katzentoilette (z.B. andere Art als die bisherige - jetzt mit Deckel oder Klappe), Wechsel der Streusorte, ungenügende Reinigung der Katzentoilette (mind. 1 x täglich, manchen Katzen reicht das aber nicht), Unruhe im Umfeld der Katze, Tod eines Spielkameraden, fühlt die Katze sich vernachlässigt?,

  • Änderungen in Wohnung oder weiterer Umgebung der Katze;
    neue Wohnung, neue oder umgestellte Möbel, neue Geräusche (z.B. Baulärm in der Nachbarschaft) oder Gerüche, Einzug neuer Nachbarn (evtl. noch mit einer Katze?), darf die Katze aus irgendeinem Grund nicht mehr in der Garten etc.

  • Änderungen bei der Bezugsperson der Katze;
    neuer Tagesablauf, z.B. wegen Arbeitsplatzwechsels, neue Lebenspartner oder Freunde der Bezugsperson, Familienzuwachs, Reise oder Krankheit der Bezugsperson, um nur einige zu nennen.

Manche dieser Möglichkeiten lassen sich, sofern sie als Auslöser erst einmal erkannt wurden, recht einfach abstellen (z.B. falsche Katzentoilette).
Bei anderen ist eine Änderung aus Sicht der Katze vielleicht wünschenswert, kommt aber schlichtweg nicht in Frage (z.B. Familienzuwachs).
Helfen können hier verschiedene Tricks, die sich vielfach die natürlichen Verhaltensweisen der Katze zu eigen machen.


1.Reinigen Sie die Stelle mit einem stark riechenden Mittel wie z.B. Orangenöl, auch Essigwasser kann helfen

2.Beobachten Sie ihre Katze genau. Will sie sich an einen unerwünschten Ort niederhocken, so schimpfen Sie mit ihr und setzen sie in die Toilette. Anschließendes Loben nicht vergessen;

3.Stellen Sie nachdem sie die Stelle ordentlich gereinigt haben eine gefüllte Futterschüssel auf, Katzen ziehen es vor ihre Ausscheidungen in größerer Entfernung zu verscharren;

4.Verwechselt ihre Katze Dusche, Badewanne etc. mit ihrer Toilette, lassen sie einfach ein wenig Wasser darin stehen;

5.Stellen Sie ein zusätzliches Katzenklo auf. Nutzt ihre Katze immer die gleiche falsche Stelle - und liegt diese nicht zufällig mitten im Wohnzimmer, so können sie das Katzenklo genau dort aufstellen;

6.In manchen Fällen hilft auch der Einsatz eines Pheromonsprays (Feliway); oft helfen auch Hömöopathische Arzneimittel, lassen sie sich von ihrem Tierarzt beraten!

7.Überlegen Sie, ob Sie die Katzentoilette vielleicht am falschen Ort aufgestellt haben. Er sollte möglichst störungsfrei sein. (Ihnen gefällt es schließlich auch nicht, wenn auf der Toilette dauernd jemand um Sie "herumspringt");

8.Die Katzentoilette sollte auch nicht im gleichen Raum stehen, wie die Futter- und Wasserschüssel;

9.Ist ihrer Katze "eingefallen" z.B. aufs Bett zu machen, so kann es helfen, wenn sie das Bett oder sonstigen Gegenstand mit einer Plastikfolie abdecken. Dort wird Ihr Kätzchen nicht mehr hinmachen;


Zum Schluss

noch ein Hinweis. Schimpfen nutzt nur dann etwas, wenn ein direkter zeitlicher Bezug zur "Untat" besteht. Wenn sie nach mehreren Stunden nach Hause kommen, das Malheur feststellen und dann lospoltern, weiß Ihre Katze ganz sicher nicht, worum es geht.

Und:  Die Unsitte die Katze zu Bestrafen, sie gar mit der Nase in den Kot zu stupsen, ist nicht nur total schwachsinnig sondern führt eher zu Angst und kann das unerwünschte Verhalten ihrer Katze eher verstärken.